1. Fortschritt
Dass die Türken technikbegeistert sind, hatte ich schon vor meiner Abreise gelesen. Handy-Netz, Internetcafés - was man so braucht als moderner Mensch scheint nirgendwo ein Problem zu sein. Gestaunt haben wir allerdings, als wir im Linienbus Ankara-Istanbul - zu siebt waren wir unterwegs, alle vom Austauschprogramm - feststellten, dass es sogar in dem Bus ein WLAN mit Internetanbindung gab!
Ein anderes Beispiel, wo die Türkei für meinen Geschmack einen Schritt voraus ist:
Verkehrsampeln, die anzeigen, wie lange sie noch rot oder grün bleiben werden. Perfekt um zu wissen, ob man als Autofahrer schnell noch Gas geben sollte (na gut - der Platz dafür fehlt hier dafür wahrscheinlich meistens ...) oder man sich als Fußgänger am besten gleich entscheidet, die Ampel zu ignorieren, weil es bis Grün noch viel zu lange dauern würde.2. Wetterkapriolen
Leider herrscht in Istanbul doch nicht immer 20 Grad und Sonnenschein ... So sah es draußen aus, während wir uns nach der Rückkehr aus Ankara vorübergehend in das Büro der Busgesellschaft flüchteten:

Später konnte man dann im Abendprogramm Live-Reporter bewundern, die in Wohnhäusern in ärmeren Gebieten hüfthoch in der Brühe standen. 70 mm hat es am Sonntag geregnet, mehr als normalerweise im ganzen Oktober und offenbar zu viel für die Istanbuler Kanalisation.
3. Dieses Blog wird zensiert!
Nichtsahnend bin ich am Montag auf die Website der Zeitung gesurft, für die ich hier arbeiten werde - und musste im Aufmacher (http://www.todayszaman.com/tz-web/detaylar.do?load=detay&link=157012) lesen, dass blogspot.com ab sofort in der Türkei gesperrt ist. Damit auch dieses Blog (und natürlich auch mein Redakteurszugang dazu)!! Wenn man es ansurft, kommt nur das:

Das ist grenzenloser Informationsfluss alla turca: Irgendein Regionalgericht ist der Meinung, dass irgendwo auf einer Website gegen geltendes türkisches Recht verstoßen wird (in diesem Fall werden angeblich von irgendeinem auf blogspot-Blog Urheberrechte eines Fernsehsenders verletzt) - und schon kann es verfügen, dass die gesamte Website im gesamten Land auf unbestimmte Zeit gesperrt wird. (Youtube erging es genauso, weil dort jemand Atatürk veräppelt hat.)
Ich habe also gestern erst mal statt zu bloggen herausfinden müssen, wie ich die Sperrung umgehen kann. Auch wenn das nicht wirklich schwierig ist: Es bleibt schon ein komisches Gefühl, selber - gerade zum Start meines Türkei-Blogs - unmittelbar Opfer türkischer Zensur zu sein. Vielleicht eine heilsame Ent-Täuschung.

2 Kommentare:
.... aber was du da über die türkischen Verkehrsampeln schreibst, ist echt toll! Bin hin und weg! Besonders als einer, der den Wiener Autoverkehr kennt. Wenn du da bei grün blinkender Ampel (das tun die Ampeln in Österreich, bevor sie auf gelb springen) abbremst, riskierst du einen Auffahrunfall.
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