Donnerstag, 30. Oktober 2008

Dienstag, 28. Oktober 2008

Regen und Zensur

Tja, die Chronologie ist wohl hoffnungslos dahin - das Leben verläuft deutlich schneller als ich zu bloggen schaffe. Meinen Aufenthalt in Ankara, wo die Einführungstagung meines Austauschprogramms stattfand, überspringe ich deshalb jetzt einfach mal und erzähle von ein paar Überraschungen bei der Rückkehr.

1. Fortschritt
Dass die Türken technikbegeistert sind, hatte ich schon vor meiner Abreise gelesen. Handy-Netz, Internetcafés - was man so braucht als moderner Mensch scheint nirgendwo ein Problem zu sein. Gestaunt haben wir allerdings, als wir im Linienbus Ankara-Istanbul - zu siebt waren wir unterwegs, alle vom Austauschprogramm - feststellten, dass es sogar in dem Bus ein WLAN mit Internetanbindung gab!

Ein anderes Beispiel, wo die Türkei für meinen Geschmack einen Schritt voraus ist:

Verkehrsampeln, die anzeigen, wie lange sie noch rot oder grün bleiben werden. Perfekt um zu wissen, ob man als Autofahrer schnell noch Gas geben sollte (na gut - der Platz dafür fehlt hier dafür wahrscheinlich meistens ...) oder man sich als Fußgänger am besten gleich entscheidet, die Ampel zu ignorieren, weil es bis Grün noch viel zu lange dauern würde.


2. Wetterkapriolen
Leider herrscht in Istanbul doch nicht immer 20 Grad und Sonnenschein ... So sah es draußen aus, während wir uns nach der Rückkehr aus Ankara vorübergehend in das Büro der Busgesellschaft flüchteten:



Später konnte man dann im Abendprogramm Live-Reporter bewundern, die in Wohnhäusern in ärmeren Gebieten hüfthoch in der Brühe standen. 70 mm hat es am Sonntag geregnet, mehr als normalerweise im ganzen Oktober und offenbar zu viel für die Istanbuler Kanalisation.

3. Dieses Blog wird zensiert!
Nichtsahnend bin ich am Montag auf die Website der Zeitung gesurft, für die ich hier arbeiten werde - und musste im Aufmacher (http://www.todayszaman.com/tz-web/detaylar.do?load=detay&link=157012) lesen, dass blogspot.com ab sofort in der Türkei gesperrt ist. Damit auch dieses Blog (und natürlich auch mein Redakteurszugang dazu)!! Wenn man es ansurft, kommt nur das:



Das ist grenzenloser Informationsfluss alla turca: Irgendein Regionalgericht ist der Meinung, dass irgendwo auf einer Website gegen geltendes türkisches Recht verstoßen wird (in diesem Fall werden angeblich von irgendeinem auf blogspot-Blog Urheberrechte eines Fernsehsenders verletzt) - und schon kann es verfügen, dass die gesamte Website im gesamten Land auf unbestimmte Zeit gesperrt wird. (Youtube erging es genauso, weil dort jemand Atatürk veräppelt hat.)

Ich habe also gestern erst mal statt zu bloggen herausfinden müssen, wie ich die Sperrung umgehen kann. Auch wenn das nicht wirklich schwierig ist: Es bleibt schon ein komisches Gefühl, selber - gerade zum Start meines Türkei-Blogs - unmittelbar Opfer türkischer Zensur zu sein. Vielleicht eine heilsame Ent-Täuschung.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Licht! Meer! Katzen!

Die Fahrt vom Flughafen nach Beyoglu, wo ich wohne: Kurzweilig! Am Marmara-Meer entlang, an alten Steinen vorbei, durch ein römisches Aquädukt hindurch (so sah es jedenfalls aus) - bietet wahrscheinlich mehr als andernorts Sightseeing-Stadtrundfahrten. Nur leider ohne Erklärung.

Die ersten Eindrücke (neben Wows, Aahs, Ohhs):
  • Viele Moscheen, unglaublich viele, teils eine neben der anderen, mal groß wie der Petersdom, mal eher im Wallfahrtskapellchen-Format
  • Noch mehr türkische Fahnen - überall flattert es rot, frage mich ob es einen besonderen Anlass gibt
  • Viele leerstehende, baufällig wirkende Häuser, auch oder gerade in zentraler gelegenen Vierteln - erstaunlich in einer Stadt, in der Jahr für Jahr mehrere hunderttausend Neuankömmlinge Unterkunft suchen
  • Enge - im Gedränge auf schmalen Straßen und teils kaum existenten Bürgersteigen gewöhne ich mich schnell an eine körperliche Nähe, die ich anderswo als aufdringlich und lästig empfinden würde; mit meinem Zwei-Monats-Gepäck (Tagesrucksack und zwei Reisetaschen) voranzukommen ist teils ein echtes Platzproblem, aber alle nehmen's gelassen, auch das ständige Hupen hat hier mehr von einem freundlichen "Platz da" als einem schmipfenden "Was soll denn das, du Volltrottel?!"
  • Katzen - überall
Und jetzt lasse ich lieber Bilder sprechen - alle von meinem ersten Spaziergang auf der Istiklal Caddesi, bei fantastisch schönem Licht und mit meiner neuen Kamera zum ersten Mal richtig im Einsatz.


















Ach so, das Beste hätte ich fast vergessen: Den Ausblick von meinem Zimmer. (Und wer so noch nicht neidisch genug ist: Man kann auf die Fotos klicken, dann sieht man sie noch ein bisschen größer ...)

Blick über den Bosporus - auf der anderen Seite liegt Asien


Und wenn man den Kopf etwas nach rechts dreht: Blick über das Goldene Horn hinüber nach Sultanahmet (das Altstadtviertel mit Topkapi-Palast und Aya Sofya)

Wie's drinnen ausschaut, dazu ein andermal mehr.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Gag zur Begrüßung

To blog or not to blog - ich war mir ja unsicher, ob ich mir das wirklich geben will (gar nicht unsicher hingegen bin ich mir bei der Frage, ob die Welt auf diesen Blog gewartet hat - aber darum geht's auch nicht). Aber dann hat gleich meine erste "Begegnung" am Flughafen danach geschrieen, erzählt zu werden. Oder vielmehr gezeigt, denn eigentlich ist es eine Geschichte ohne Worte. Ich schob also meine Kreditkarte in den ersten mir begegnenden Geldautomaten und ...


Zum Glück gibt's auch noch andere Banken, die die seitlichen Bedienknöpfe noch nicht wegrationalisiert haben.